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Glück

In Achtsamkeit, Dankbarkeit, Entschleunigung, Gedanken, Glück, Potenzial on Juli 19, 2012 at 8:49 pm

Was ist Glück? Wann sind wir glücklich? Kann man Glücklich-Werden Schritt für Schritt lernen? Und warum sind manche Menschen Glückspilze und andere so überhaupt nicht?

Glücklich ist man dann, wenn man – unabhängig von Situation, Begebenheit, Lokalität, Alter, Geschlecht, Nationalität oder welcher einschränkenden, weil zuweisenden Kategorie auch immer – erkennt und fühlt, dass man nicht all-ein ist. Glücklich ist man dann, wenn man aus vollem Herzen und tiefster Seele spürt, dass da etwas ist, was einen trägt und beschützt. Der bekannte Biophysiker Dieter Broers ist auch dieser Meinung und sagt: […] Glückseligkeit hat etwas mit Befreiung zu tun. Sie eröffnet eine Wahrnehmungsperspektive, die den Menschen aus der Vereinsamung herauslöst. Als lichte sich dichter Nebel, erkennt er die naturgegebene Verbindung zwischen sich und dem großen Ganzen. Eine ganzheitliche Sichtweise führt im Idealfall zu Erkenntnissen, die unsere Denk- und Handlungsweise fundamental verändern. [Dieter Broers, Gedanken erschaffen Realität. Die Gesetze des Bewusstseins, Trinity 2010, S. 14]

Glück

Glück

Das Wissen um das Aufgehobensein im großen Ganzen kann sich ganz plötzlich offenbaren in der Begegnung mit einem ganz bestimmten Menschen, einem besonderen Ereignis, einem liebevollen Geschenk, einem tröstenden Wort, der Schönheit der Natur, dem Gefühl von warmen Sonnenstrahlen auf der Haut … womit auch immer. In solchen Fällen tritt man in Resonanz mit dem Urvertrauen, einem Zustand, einer Schwingung, ganz einfach der Gewissheit, dass alles gut ist. Das ist ein Zustand, den kleine Kinder kennen und leben, das ist ein Zustand, den man im Erwachsenenalter nicht mehr ganz so leicht erreicht. Aber warum eigentlich nicht?

Ganz einfach im Grunde, denn unser Denkapparat funkt uns dazwischen. Da werden Für und Wider einer Situation abgewogen, da werden Argumente gesucht, warum etwas aus welchem Grund bei wem wann auch immer nicht funktionieren wird, da kommen Ängste ins Spiel (das kann nicht gut gehen, Wunder gibt es nicht, womit hätte ich das verdient?), da schmälern wir unser Potenzial, so gut wir können, gerade weil wir als vernunftbegabte Wesen nicht mehr an Wunder glauben (können).

Und doch. Glück kann man lernen. Wie geht das?

Am besten in kleinen Schritten. Sich am Duft einer Tasse heißen Kaffees erfreuen. Sich selbst täglich eine halbe Stunde Zeit nur für sich selbst schenken. Sich über ein liebes Wort freuen. Sich beim Kochen an der Tätigkeit an sich, an den Farben und am Geschmack der Lebensmittel und an der Alchemie des Zusammenbrauens, Rühren und Köchelns verlustieren und dann mit allen Sinnen die Mahlzeit genießen. Sich ein gutes Buch, ein neues Parfum, einen Kinoabend, ein Treffen mit FreundInnen, eine kurze oder längere Auszeit gönnen. Sich auf den Moment besinnen. Sich ganz einfach am Leben erfreuen. All das macht glücklich. Und ein glücklicher Mensch ist dankbar und strahlt diese Lebensfreude natürlich auch aus. So kann Glück seine Kreise ziehen und wird tatsächlich größer, wenn man es mit anderen teilt. Ein Paradoxon an sich – ja, aber eines, das sofort Lächeln hervorruft. Stimmt doch, oder? Ja oder ja?

(erh)

Achtsam entschleunigen …

In Achtsamkeit, Entschleunigung, Gedanken, Glück, Inspiration, Kreativität, Potenzial on Juli 15, 2012 at 1:08 pm

„Den Puls des eigenen Herzens fühlen. Ruhe im Innern, Ruhe im Äußern. Wieder Atem holen lernen, das ist es … “ (Christian Morgenstern)

Achtsam entschleunigen …

Schneller, besser, höher, effektiver, leistungsfähiger, rationeller, perfekter … Kennen Sie diese „gesteigerten Adjektive“, die einem das Leben schwer machen und uns durch den Tag, durch die Woche, durch das Jahr rasen lassen?

„Eine Schnecke kann Dir mehr über den Weg erzählen als ein Hase“, lautet ein altes Sprichwort. Sind die meisten von uns nicht alle Hasen, die rasend dem Glück hinterherhecheln? Jedoch erfolglos auf der Suche nach dem wirklichen Leben …

Wie schafft man es, das wirkliche Leben zu finden und zu leben, glücklich und zufrieden zu sein und auch dem Nichtstun eine wohltuende Qualität abgewinnen zu können?

Ich habe lange gesucht und ausprobiert, bin immer wieder gescheitert und habe endlich etwas gefunden, was mir hilft, das Leben auszukosten und zu entschleunigen: Die Achtsamkeit ….

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Wenn Sie an Zeiten denken, in denen Sie rundum zufrieden sind, sich in der eigenen Mitte fühlen, Sie nichts „umhauen“ kann, werden Sie mir zustimmen, dass Seelenfrieden eine große Kraft in sich trägt. Ein Weg dorthin führt über die Fähigkeit, all den Sorgen und Grübeleien für eine Weile nicht nachzugeben, stattdessen den gegenwärtigen Augenblick voll zu erleben, achtsam zu sein auf das, was gerade ist.

Meist finden sich unsere Gedanken im Gestern oder Morgen wieder, selten in dem Augenblick, den wir zur Verfügung haben, im JETZT … Unser unruhiger Geist, auch „Affengeist“ oder „Affengeschnatter“ genannt, entführt uns ständig in das, was war, oder in das, was sein könnte und eventuell sein wird. Und was ist mit dem, was ist?

Achtsamkeit bedeutet, seine Gedanken, seinen unruhigen Affengeist als stiller Zeuge zu beobachten, die Gedanken als „spielende Kinder“ zu betrachten und sich quasi auf die Lauer zu legen, welch neue Gedanken jetzt gleich wohl auftauchen werden. Betrachten Sie nur Ihre Gedanken, ohne dass Sie sie bewerten oder an ihnen haften bleiben …

Experiment: Hätten wir die Möglichkeit unsere Gedanken wie Müll zu sortieren, würden uns drei Abfalleimer reichen: Einer mit der Aufschrift „Vergangenheit“, einer mit dem Etikett „Zukunft“ und einer mit „Unsinn“ … 98 % all unserer Gedanken könnten so entsorgt werden und die restlichen 2 % wären erquickend und täten uns gut. Probieren Sie es aus, und stellen Sie es sich mental vor …

Achtsamkeit bedeutet weiterhin, unseren „Autopiloten“ zeitweise auszuschalten. Unser Autopilot ist wichtig und hinderlich zugleich. Wir brauchen ihn, um nicht sämtliche Tätigkeiten unseres Alltags neu überdenken zu müssen, das wäre sehr aufwändig. Allerdings tut es uns gut, manchmal die „Autopilot-off-Taste“ zu drücken … Und nicht nur dann, wenn wir gestresst sind, sondern auch prophylaktisch, um es erst gar nicht so weit kommen zu lassen. Bauen Sie Alltagsinseln in jeden Tag ein, wo Sie besonders achtsam sein wollen, mit sich selbst, in Ihrer Arbeit, mit anderen … Wie wäre es mit dem schönen Morgenritual, achtsam und sorgsam zu duschen, sich danach einzucremen und sich und seinen Körper voll und ganz wahrnehmen. Mit seinen Sinnen ganz bei sich zu sein … Beim Bügeln die Aufmerksamkeit auf das Bügeln zu lenken, auf die Tätigkeit ganz alleine und nicht an das zu denken, was dann zu machen wäre, an das Einkaufen, das Putzen und an den Kaffee danach. Denn wenn Sie dann beim Kaffee trinken sind, sind Ihre Gedanken schon wieder in der Zeit nach dem Kaffee, und Sie haben weder etwas vom Duft und Aroma des Kaffees noch von der Entspannung, die das Kaffee- oder Teetrinken bereiten kann. Nein, Ihre Gedanken ziehen Sie schon wieder in die Zukunft, und Sie haben wieder die Chance vertan, im Augenblick voll und ganz da zu sein …

Experiment: Spülen Sie Ihr Geschirr mit der Hand – auch wenn Sie eine Spülmaschine besitzen. Spülen Sie entspannt, mit voller Aufmerksamkeit. Versuchen Sie nicht, möglichst schnell fertig zu werden. Lächeln Sie dabei. Sehen Sie das Geschirrspülen als Teil Ihres Lebens. Sie leben jetzt. Nehmen Sie das Spülen wahr, als ob Sie es zum ersten Mal täten. Betrachten Sie jede Tasse, jeden Teller, jeden Löffel als etwas Besonderes. Nehmen Sie wahr, wie es sich anfühlt, ins warme Wasser zu greifen. Verankern Sie Ihre Aufmerksamkeit mit Hilfe des Atems. Wenn Sie bemerken, dass Sie mit Ihren Gedanken abschweifen, kommen Sie mit Ihrer Aufmerksamkeit zum Atmen und zum Geschirrspülen zurück.

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Zur Achtsamkeit gehören auch das Atmen und die Meditation. Wenn wir durch das Leben hasten, atmen wir meist nur oberflächlich. Das vergrößert den Stress noch mehr. Wenn wir achtsam atmen, achten wir darauf, dass wir in unseren Bauch atmen. Und das ganz bewusst. Wenn Gedanken uns ablenken wollen, lassen wir sie vorbeiziehen wie Wolken am Himmel, oder wir füllen unseren Geist mit schönen wohltuenden Worten wie z. B. „Sternenhimmel“, „Blumenwiese“, „Meeresrauschen“ … Denn wenn unser Geist mit schönen Dingen gefüllt ist, bleibt kein Platz für Sorgen und Grübeleien … Das Atmen kann man wunderbar mit Meditation verbinden. Meditieren ist wach sein, in der Gegenwart sein, beobachten statt zu beurteilen, annehmen, was gerade ist, Geduld entwickeln für das, was sich entfaltet, jeden Augenblick bewusst erleben … Der Atem ist ein starker Anker für die Aufmerksamkeit. Das bewusste Wahrnehmen unseres Atmens führt direkt zum Erleben des gegenwärtigen Augenblicks. Der Geist richtet sich auf den Körper. Beide bilden eine Einheit. Beim Meditieren kontrollieren und verändern wir den Atem nicht, sondern lenken ihn in den Bauchraum und nehmen ihn nur wahr …

Experiment: Setzen Sie sich aufrecht hin, ohne sich dabei zu sehr anzuspannen. Lassen Sie die Schultern locker. Schließen Sie die Augen, und beobachten Sie, wie Ihr Atem ein- und ausströmt. Versuchen Sie, drei Minuten lang bei dieser Wahrnehmung zu bleiben.

Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen beim Einrichten Ihres neuen, entschleunigten und achtsamen Lebens – Seien Sie einfach da, wo Sie schon sind …

Und hier noch meine ganz persönliche Glücksformel für Sie: Glück = Kopf frei + Herz weit

Nur Gutes, Brigitte Walz